Bürger-Bücherei Brambauer – 30 Jahre Ehrenamt
Seit 30 Jahren ist die Bürger-Bücherei Brambauer weit mehr als ein Ort für Bücher: Sie ist ein lebendiger Treffpunkt, getragen vom Engagement der Menschen vor Ort. Entstanden in den 1990er-Jahren aus der Initiative von Bürgerinnen und Bürgern, nachdem die städtische Bücherei schließen musste, steht sie bis heute für Gemeinschaft, Eigenverantwortung und kulturelle Teilhabe. Die BBB wird durch einen Förderverein und die Beiträge der Mitglieder finanziert. Der bewusst gewählte Name „Bürger-Bücherei“ ist Programm. Ein ehrenamtliches Team sowie zahlreiche Fördermitglieder halten den Betrieb am Laufen – mit Herzblut, Organisationstalent und dem Anspruch, ein modernes Angebot zu schaffen. Bilderbücher, Kinder- und Jugendbücher, Romane und Sachliteratur und natürlich Kriminalromane stehen den Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung und werden kontinuierlich aktualisiert. Mit etwa 500 regelmäßigen Leserinnen und Lesern aller Generationen und Hintergründe ist die Bücherei fest im Stadtteil verankert. Lesewettbewerbe, Bücherbasare, Kooperationen mit Schulen und Kindergärten sowie Lesungen machen sie zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs. Besonders hervorzuheben ist der jährliche Vorlsesewettbewerb für die 4. Klassen der drei Brambauer Grundschulen. Die Sieger-Schule erhält den Rita-Markus-Wanderpokal. Einen von der SPD gestifteten Geldpreis erhalten die ersten drei Plätze. Trotz Herausforderungen – von Umzügen bis zur Pandemie – ist die Bürger-Bücherei ein Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement kulturelle Räume schafft und erhält. Sie zeigt: Lesen lebt. Und Gemeinschaft auch.

Das Team der Ehrenamtlichen der Bürger-Bücherei Brambauer nach dem Besuch des Museum Stadt Lünen
Die Entstehung der Bürger-Bücherei Brambauer
Von der Schließung zur Erfolgsgeschichte
1993 beschließt der Rat der Stadt Lünen die Schließung der Zweigstelle der Stadtbücherei in Brambauer. Doch was als Ende gedacht ist, wird zum Anfang einer außergewöhnlichen Bürgerinitiative: Bereits 1994 starten Frau Markus, Frau Thiemann und Frau Sersi eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Bücherei – mit überwältigendem Erfolg. Rund 3.000 Unterschriften kommen zusammen und setzen ein starkes Zeichen für die Bedeutung des Ortes.
Am 27. März 1995 treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Parteien sowie der evangelischen Kirchengemeinde im Gemeindehaus Brambauer zu einer konstituierenden Sitzung. Schnell wird klar: Eine Fortführung ist nur durch ehrenamtliches Engagement möglich. Es braucht neue Räume, neue Strukturen – und den gemeinsamen Willen, die Bücherei zu erhalten.
Dieser Wille trägt Früchte: Am 6. Mai 1996 wird die Bürger-Bücherei Brambauer nach Klärung aller organisatorischen Fragen im Pavillon der Achenbachschule (heute Profilschule) eröffnet. Nur wenige Wochen später, am 3. Juli 1996, gründet sich der Förderverein als Träger der Einrichtung.
Auch spätere Herausforderungen werden gemeistert: 2006 muss die Bücherei die Räume der Profilschule verlassen, findet jedoch ein neues Zuhause in der ersten Etage des Bürgerhauses an der Yorckstraße 19, wo sie bis heute verankert ist.
Getragen wurde und wird die Bürger-Bücherei von engagierten Persönlichkeiten: Karl Kraft (1996–2005), Dieter Grunenberg (2005–2008), Claus-Peter Franeck (2008–2014) und seit 2014 Ursula Dehnert stehen exemplarisch für das kontinuierliche ehrenamtliche Engagement.
Die Geschichte der Bürger-Bücherei Brambauer zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Bürgerinnen und Bürger Verantwortung übernehmen – und gemeinsam für einen Ort kämpfen, der Bildung, Begegnung und Kultur verbindet.
Voll verdient für 30 Jahre Engagement: ein Artikel im Stadtmagazin Lünen März/ April 2026, Teil 1
Voll verdient für 30 Jahre Engagement: ein Artikel im Stadtmagazin Lünen März/ April 2026, Teil 1
Vom Märchen zur Lebenswelt – Kinder- und Jugendliteratur im Wandel
Frühere Kinder- und Jugendbücher folgten oft klaren Mustern: Für Mädchen wurde nicht selten der Lebensweg vom Kind bis zur Ehefrau erzählt, während Jungen in Abenteuergeschichten ferne Länder entdeckten und spannende Herausforderungen meisterten. Diese Erzählungen spiegelten die gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer Zeit wider.
Heute hat sich die Kinder- und Jugendliteratur stark verändert. Moderne Bücher setzen verstärkt darauf, Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag zu begleiten und zu stärken. Sie greifen Themen wie Freundschaft, Identität oder Herausforderungen des Erwachsenwerdens auf und bieten Orientierung. Dabei erscheinen viele Geschichten in zeitgemäßen Formen – etwa als Comic oder als fantasievolle Erzählung.
Dennoch bleiben Klassiker bis heute präsent. Märchen und Sagen spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Ursprünglich als Volksliteratur mündlich überliefert, wurden sie über Generationen weitergegeben. Während Märchen frei erfunden sind, enthalten Sagen meist einen wahren Kern – und beide eröffnen bis heute faszinierende Zugänge zu Fantasie, Kultur und Geschichte.