Arbeitskreis Umwelt und Heimat e.V.
Der Arbeitskreis für Umwelt und Heimat e.V. wurde 1978 in Lünen gegründet und zählt rund 230 Mitglieder aller Altersgruppen. Ziel ist der Schutz von Landschaft und Artenvielfalt sowie die Pflege des Ortsbildes. Wir sind überparteilich und überkonfessionell. In Lippe- und Streuobstwiesen pflegen wir Bio- und Schulgarten, bringen Nist- und Bienenkästen an, schneiden Kopfweiden und Obstbäume. Wir beobachten heimische Arten, erstellen ein Kataster, bieten Vorträge und Exkursionen und vertreten Natur und Umwelt öffentlich.
Arbeitskreis Umwelt und Heimat e.V.
Mit vollem Einsatz unterwegs - Baudenkmäler und erhaltenswerte Gebäude in Lünen
Ein Motiv für die Gründung des Arbeitskeises für Umwelt und Heimat war von Anfang an die Beschäftigung mit der Geschichte Lünens und der Schutz erhaltenswerter Gebäude. Schon vor der Gründung als Verein, als der Arbeitskreis noch ein VHS-Kreis war, legten die ersten Mitglieder der Stadt eine Liste von Gebäuden vor, die unter Denkmalschutz gestellt werden sollten. Der Verein setzte sich später u. a.für die Erhaltung der alten Post (heute Firma Brauch) an der Cappenberger Straße und für die Neugestaltung des ehemaligen Judenfriedhofs an der Münsterstraße ein.

Ein altes Schulgebäude in Alstedde wurde Baudenkmal:
Das Gebäude der ersten einklassigen Schule in Nordlünen zeigt gemeinsam mit dem alten Schulgarten, wie der Schulbetrieb vor 150 Jahren aussah: Der Lehrer wohnte im Schulgebäude und die Kinder halfen ihm bei der Bewirtschaftung des Gartens, ohne den er damals bei seinem geringen Gehalt kaum hätte überleben können.
Wegen eines Neubaus für das Kinderhaus drohte diesem Gebäude der Abriss.
Dem Engagement von Manfred Scholz und Horst Störmer (Stadtverband für Heimatpflege) ist es zu verdanken, dass ein Gutachten erstellt wurde und die Schule nun in die Liste der Lüner Baudenkmäler eingetragen wurde. Beide hatten dafür einen Antrag an die Stadt gestellt und auch die Presse informiert.
Unser Mitglied Frau Regina Kesting setzt sich mit der Initiative "Alte Schule Alstedde" für eine sinnvolle Nutzung des Gebäudes ein.
Unterwegs auf vielen Gebieten
Kopfweidenpflege

Kopfweiden sind durch ihre zahlreichen Höhlungen wertvolle Lebensräume für viele Vogelarten. Auch der Steinkauz, unsere kleinste heimische Eule, nutzt sie gern als Brutplatz. Da Kopfweiden heute kaum noch als Flechtmaterial, Werkzeugstiele oder Brennholz genutzt werden, wachsen ihre Äste ungehindert weiter. Unter der Last brechen sie auseinander und sterben ab. Seit jeher prägen Kopfweiden das Landschaftsbild des Lüner Raums, besonders der Lippeniederung. Ihre typische Form entsteht durch regelmäßigen Schnitt. Dabei fördern Pilze an den Schnittstellen die Bildung von Höhlungen – begehrte Brutplätze vieler Arten. Um den Bestand zu sichern, pflegen Mitglieder des Arbeitskreises die letzten noch vorhandenen Exemplare.

Streuobstwiesen

Früher umgaben Streuobstwiesen fast jeden Bauernhof und prägten das Dorfbild. Unter den Hochstämmen weidete Vieh, das Obst diente der Selbstversorgung. Mit der EWG-Verordnung von 1969 begann der Niedergang dieser Kulturlandschaften – viele Tierarten verloren ihren Lebensraum. In den 1980er-Jahren setzte ein Umdenken ein. Seitdem engagiert sich der Arbeitskreis für den Erhalt und die Pflege von Hochstammobstwiesen. Auf eigenen und öffentlichen Flächen werden regelmäßig neue Bäume gepflanzt. Inzwischen betreut der Verein zehn Wiesen mit insgesamt 242 Hochstammbäumen. Die geernteten Äpfel werden zu Saft verarbeitet, dessen Erlös der weiteren Pflege und Neuanlage von Streuobstwiesen dient.

Freiraumschutz

Freiraum ist ein knappes Gut – Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Erholungsraum für Menschen, Klimaregulator und wichtiger Standortfaktor. Gerade im Zeichen des Klimawandels hat sein Schutz hohe Priorität. Seit seiner Gründung setzt sich der Arbeitskreis für Umwelt und Heimat für den Erhalt offener Landschaften ein. Nicht immer konnten Eingriffe verhindert werden, doch viele Erfolge belegen den langen Atem des Engagements.

Lippeaue

Die Lippeaue auf Lüner Stadtgebiet stand stets im Mittelpunkt unserer Arbeit. Oft mussten Eingriffe mit großem Einsatz und über viele Jahre hinweg abgewehrt werden. Umso erfreulicher war die Ausweisung der gesamten Auenlandschaft als Naturschutzgebiet im Landschaftsplan Lünen. Die Lippeaue ist heute ein einzigartiges Refugium für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Mühlenbachtal

Das Mühlenbachtal war durch die geplante Verlängerung der B 236 bedroht. Als 2002 zusätzlich Gewerbe- und Wohnbebauung geplant wurden, regte sich massiver Widerstand. Nach dem Bürgerentscheid von 2003 wurden die Pläne endgültig verworfen. Heute bleibt das Tal als wichtiges Naherholungsgebiet – besonders für die Brambauer Bevölkerung – erhalten.

Volkspark Schwansbell

Der um 1900 angelegte Volkspark Schwansbell mit seinem alten Eichen- und Buchenbestand ist weitgehend naturbelassen. Durch unterlassene Pflege entwickelte sich ein naturnaher Wald mit dichter Strauch- und Krautschicht, Totholz und großer Artenvielfalt – ein ökologisches Kleinod im Raum Lünen. Seine heutige Struktur macht ihn widerstandsfähig gegen die Folgen des Klimawandels. Dieses wertvolle Stück Stadtnatur gilt es dauerhaft zu bewahren.