Farben, Fantasie und Lebensfreude
Bunt, fröhlich und voller Ausdruckskraft – so zeigen sich die neuen Kunstwerke im Lünen-Fenster des Museums Stadt Lünen. Eine Woche lang, vom 28. Oktober bis zum 2. November, sind dort die Ergebnisse eines besonderen Herbstferien-Workshops zu sehen, der ganz im Zeichen der weltberühmten Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930–2002) stand.
Unter fachkundiger Anleitung tauchten Kinder und Jugendliche vier Tage lang in die farbenfrohe Welt der Künstlerin ein, deren ikonische „Nanas“ längst zu Symbolen weiblicher Stärke und Lebensfreude geworden sind. Mit viel Kreativität und Begeisterung entstanden dabei nicht nur individuelle kleine Figuren, sondern auch ein gemeinschaftliches Großobjekt – ein echtes Gemeinschaftswerk, das die Energie und Fantasie der jungen Künstlerinnen und Künstler widerspiegelt.
Am Dienstag, 28. Oktober, findet um 17 Uhr die feierliche Eröffnung des neuen Lünen-Fensters statt. Das Museum lädt alle Interessierten, Familien, Freundinnen und Freunde der Kinder, Kunstbegeisterte und Neugierige herzlich ein, mitzufeiern und das neue Lünen-Fenster zu entdecken. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.
Niki de Saint Phalle - Tanzende Nana (Rouge d’Orient-Bloum) 1995. Bemaltes Polyesterharz, Glasfaser und Stahl. Port du Gros Caillou Paris 7ème
Ein Gang in das Untergeschoss des Museums lohnt sich.
Hier auf dem Bildschirm können Sie durch Fotos mit Werken von Niki de Saint Phall blättern und Zeitungsartikel vom Beginn der 1990er Jahre lesen. Hier geht es um den Ankauf der Arbeit "Obelisque d'Ètoile" (1989) von Niki de Saint Phalle für den Hansesaal. 2025 ist diese Plastik in das Museum Stadt Lünen umgezogen.
Ruhr-Nachrichten 14. Oktober 1991
Ruhr-Nachrichten 14. Oktober 1991
Niki de Saint Phalle
Niki de Saint Phalle ist eine der bekanntesten und eigenwilligsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie glaubt, dass Kunstschaffende nicht nach Herkunft, Religion oder Geschlecht bewertet werden dürfen, sondern allein nach ihrer Kunst. Mutig lehnt sie sich gegen patriarchale Strukturen auf. Als Autodidaktin schafft sie Collagen aus Fundstücken, Scherben, Spielzeug und Alltagsgegenständen. Ihre Kunst wird zum Akt der Befreiung von persönlichen Traumata, die sie offen in ihre Werke einfließen lässt. 1965 entstehen die ersten farbenfrohen „Nanas“ – Sinnbilder weiblicher Stärke und Lebensfreude. Auch ihr „Obelisque aux étoiles“ zeigt ihre Suche nach dem Göttlichen im Irdischen. Ihre Werke provozieren, begeistern, spalten. Oft stößt sie auf Widerstand, doch sie bleibt kompromisslos. Niki de Saint Phalle will, dass Kunst Menschen bewegt, befreit und zum Mitmachen anregt – voller Energie, Sinnlichkeit und Mut.